Federacja Rosyjska

ŚIP
2017
ISO
RU

Land unter Beobachtung

Russische Föderation

Die Triebkraft hinter der Christenverfolgung in der Russischen Föderation, die einen christlichen Bevölkerungsanteil von 82,3% hat, ist „Diktatorische Paranoia“ und zu einem geringeren Maß „Islamische Unterdrückung“. Offiziell ist Russland ein säkularer Staat, jedoch hofiert die Regierung die russisch-orthodoxe Kirche, zum Nachteil anderer Denominationen, die oft als ausländisch angesehen werden. In den mehrheitlich muslimischen Gebieten sieht die Situation sehr anders aus: Hier machen Behörden dem sunnitischen Islam den Hof. Im Juli 2015 kam es zu einer Änderung im russischen Religionsgesetz, nach der nun alle Religionen ohne rechtlichen Status bei den Behörden registriert werden müssen und diese über ihre Aktivitäten, einschließlich Namen und Adressen aller Mitglieder und Treffen, zu informieren haben. Außerdem sind registrierte Gruppen in ihren Aktivitäten während der ersten zehn Jahre stark eingeschränkt, beispielsweise ist es äußerst schwierig, christliche Lehrer aus dem Ausland einzuladen. Nicht registrierte Gruppen erfahren in ganz Russland Diskriminierung. Im Nordkaukasus können Christen keine öffentlichen Ämter innehaben. In russischem Fernsehen und Presse werden evangelikale Gemeinden durchweg als Sekten kritisiert und auf eine Stufe mit Satanisten und Scientology gestellt. Gemeinschaften von ausländischen Christen und Arbeitsmigranten sowie traditionelle Kirchen werden vom Staat überwacht und können nicht ungehindert funktionieren. Christen muslimischer Herkunft erfahren Gewalt und Druck vonseiten ihrer Familie und Gemeinschaft, besonders im Kaukasus. Christen aus protestantischen Freikirchen werden von drei verschiedenen Seiten verfolgt: Die russisch-orthodoxe Kirche sieht Freikirchen als Häretiker und verurteilt sie dafür „ihre Schäfchen zu stehlen“, der Staat betrachtet sie als Deckmantel westlicher Spione, und in muslimischen Gebieten werden sie oft unter dem Verdacht zu evangelisieren angegriffen.

Seit 2011 wurde eine Reihe rechtlicher Beschränkungen eingeführt. Da der momentane Trend auf stärkere staatliche Kontrolle hinweist, werden in den kommenden Jahren vermutlich weitere solche Gesetze verabschiedet werden. Je angespannter das Verhältnis zu den westlichen Staaten wird, desto mehr isoliert sich die Russische Föderation. Dieses Problem betrifft vor allem Christen, die zu Gemeinden gehören, welche als westlich angesehen werden. Die Aktivitäten und gewalttätigen Angriffe militanter islamischer Gruppierungen werden sich allem Anschein nach weiter fortsetzen. Für Christen muslimischer Herkunft in den mehrheitlich muslimischen Gebieten (dem Kaukasus sowie dem Umfeld der Stadt Kasan) sieht die Zukunft weiterhin schwierig aus.

 

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